Pan Yuliang (Chinese, 1895-1977)
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Pan Yuliang gilt als eine der talentiertesten und provokantesten chinesischen
Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Im Laufe ihres Lebens erschuf sie über 4.000
Kunstwerke. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre an Cezanne angelehnten Akt-
Selbstportraits, die ihr im Ausland Anerkennung, in China selbst aber große Schande
brachten. Durch welche Kehrtwende in ihrem Leben sie allerdings zu diesem Ruhm
gelangte, ist nur wenig bekannt:
1899 in der Anhui Provinz in China geboren, verliert Pan Yuliang im Alter von acht
Jahren ihre Eltern. Als Vierzehnjährige wird sie von ihrem Onkel an ein Bordell
verkauft, in dem sie zur Geisha ausgebildet wird. Nur durch eine glückliche Fügung
des Schicksals und ihre enorme Entschlossenheit gelingt es ihr dem schrecklichen
Leben im Bordell und den engen Fesseln der konfuzianischen Kultur zu entfliehen:
1916 verliebt sich der reiche Offizier Pan Zanhuan in sie, kauft sie frei und macht sie
zu seiner zweiten Ehefrau. Mit ihm geht Pan Yuliang nach Shanghai.
Ihr Zeichentalent entdeckt eines Tages auch ihr Mann und erlaubt ihr, die
Kunstschule in Shanghai zu besuchen. Bald schon steht Pan Yuliang vor der
wichtigsten Entscheidung ihres Lebens: Sich voll und ganz der Kunst zu
verschreiben und nach Europa zu gehen oder bei dem Mann zu bleiben, der sie
gerettet hat und den sie liebt. Ihn zu verlassen hieße, ihrer Heimat den Rücken zu
kehren, wo eine schmerzvolle Vergangenheit liegt.
zitiert aus: Die eiserne Orchidee
von Jennifer Cody Epstein









